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Segeltörn auf dem Fischkutter

. . .  und hier ist die erste Geschichte, geschrieben von Rainer Borgwardt

Oldtimer-Folks aus Oldtimer-Szene auf Oldtimer-Hochseekutter „Landrath Küster“

 

Sonnabend, 6.9.2014, 8.07 Uhr (mitten in der Nacht …), Abfahrt vor der Haustür mit meinen beiden Nachbarn zum Segeltörn ab Finkenwerder – für Spätaufsteher wie mich, der sich um diese Zeit noch einmal im Kuschelkissen umdreht, ein großes Opfer! Und dann, nach dem Einbiegen am Kutterhafen: wunderbares Ambiente im Morgenlicht: Gegenüber einer aus der Kindheit vertrauten Elbfähre in Grün-Weiß liegt eine „Nuss-Schale“ mit zwei Masten – brav am Anleger vertäut mit vier wartenden Blauhemd-Männern, z.T. mit weißen Bärten: Da fallen einem so manche Lieder aus der „Mundorgel“ * wieder ein („Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren, …“); Mist! Die „Mundorgel“ liegt zu Hause auf der Fensterbank – bei eiligem Aufbruch vergessen …

 

Die Crew besteht ihre erste Aufgabe beim „Rückwärts-Ausparken“ hervorragend und das Vertrauen zu ihr wächst zusehends (im wahrsten Sinne des Wortes). Vorbei an auffälligen Landmarken wie dem Augustinum in Neumühlen, den Docklands in Altona (mit dem Kreuzfahrer „Costa Mediterranea“ daneben), den im bunten Anstrich grüßenden Hafenstraßen-Häusern, Elbtunnel-Kuppeln am St.Pauli-Anleger und der Elbphilharmonie (nebst „Aida sol“ und der kleinen „Hamburg“ am Kreuzfahrer-Terminal) tuckern wir bei auflaufendem Wasser (Flut) per Schiffsdiesel wieder elbabwärts und das in der Mittagssonne gut gelaunte Elbuferpanorama zieht an unseren Fotoapparaten bis Schulau vorbei; diesmal sind auch WIR sicher Ziel zahlreicher „Klicks“ der Ausflügler an Land – nur auf die Nationalhymne an der Schiffsbegrüßungsanlage warten wir vergeblich (zu Recht, so ungeordnet, wie wir auf Deck „herumlümmeln“) …

 

Was man neun Stunden lang auf einer solchen Ausfahrt macht??

1. Relaxen mit Südseegefühl („Dahinten müssen irgendwo gleich die Fidschi-Inseln vorbeikommen!“) mit seinem Achtersteven** auf 15 cm Holzbank & Reling (drei Handbreit über dem Wasserspiegel) oder Anker-Spill oder Holzkiste oder Klappstuhl;

2. Kennenlernen der knapp 30 Mitreisenden (da ist auch Eigeninitiative gefragt); braves Anstellen beim „Backen und Banken“ an den Platten (zarter/knuspriger Spanferkelbraten) und Schüsseln (leckere Salate) der in Stade an Bord genommenen Verpflegung;

3. Bewunderung der nautischen Technik inklusive der supermodernen AAAuAD (Absaug-Abort-Anlage unter Achter-Deck) und Staunen über manch’ eingeschlagenen Slalom-Kurs mit Zielanlauf auf Fahrwassertonne;

4. Beseitigung des mitgeführten Ballast-Wassers („Getränke“) durch intelligente Primaten und penible Sammlung ihrer Gebinde;

5. Testung der mitgeführten Anoraks und Outdoor-Jacken auf „Nieselfestigkeit“ ob der 86 Tropfen Himmelskondensats;

6. beharrliches Warten auf das Setzen der auf den Flyern gesehenen Segel, das wegen der gefühlten – 1 Beaufort im Spätsommer-Hoch ausfiel, was angesichts der überall vorhandenen Reepe*** auch zu zahlreichen Verwicklungen (zumindest bei Armen & Beinen) geführt hätte.

 

Fazit: ein schöner Wochenend-Urlaubstörn mit gut gelaunter Gesellschaft in ruhigem Fahrwasser (das Mittagessen folgte ungestört der „normalen Passage“) mit peripherem Gewitterunwetter in der Ferne und Hoffnung auf einen trockenen Keller zu Hause nach 25 l/m² Platzregen in 45 Min. (bei mir: negativ) – Dank an alle beteiligten Organisatoren!

 

 

Liebe Grüße,

Rainer Borgwardt.

 

* Lieder-Sammlung des CVJM der 50er Jahre;

** Gesäß / Hintern / Popo / Arschbacken;

*** Seile, Taue / beachte auch: „Reeperbahn“!

 

und hier dann doch unter Segeln, von www.hf231.de                            und einige Impressionen

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