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Classics Nordheide > Geschichten > Fliegen in Fischbek

Her mit Euren Geschichten

‚Flieger, grüß mir die Sonne …!’

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Claudia Kleinert (ARD-Wetterstudio) hatte recht, als sie Freitag Nacht um 22.43 Uhr verkündete, dass ab Mittag der Himmel im Norden aufreißen würde und damit der Regen zu Ende sei. Gut, dass ich meine E-Mails noch nicht gelesen hatte, denn Flugplatz-Tageschef Werner hatte noch gegen 7 Uhr geschrieben, dass das Fliegen wohl leider ausfallen müsste … (Das erfuhr ich aber erst am Treffpunkt um 10 Uhr vor dem Hotel Maack.) „Teichi“ entschied, trotzdem zu fahren, denn schließlich müsste die mitgebrachte Tagesverpflegung (Kuchen usw.) ja gegessen werden. Und so zog eine überschaubare Karawane von 13 Oldtimern ab in Richtung Naturschutzgebiet „Fischbeker Heide“.

 

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Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch wenn wir nicht geflogen wären, hätte sich der Besuch gelohnt:Es gibt in den verträumten Hallen am Parkplatz nicht nur die Werkzeuge für eventuelle Reparaturen zu bestaunen (edles Handwerk!), sondern auch einen flugfähigen Oldtimer-Segler aus dem Jahre 1955 und unsere neugierigen Nasen haben schnell den unter einer Plane geschonten Ford T aus dem Jahre 1917 entdeckt; beide finden angesichts der durchlugenden Sonnenstrahlen einen Ehrenplatz vor unserer Auto-Kulisse. Und schließlich bringt uns die „Bergziege“ (am Leben erhaltener, funktionsfähiger Mercedes-Kleinbus-Veteran) dann doch zur Start- und Landebahn: Der Flugbetrieb ist aufgenommen und ein gestandener Flugschüler absolviert gerade seinen Prüfungsflug.

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Wir wehren uns mit Kapuzen an dicken Anoraks und mit Schals +/- erfolgreich gegen die frische Brise aus SW, die uns trotz des kalendarischen Sommeranfangs skeptisch dreinblicken lässt: Wer wird fliegen ??? Unsere Piloten (inklusive Werner)gucken zuversichtlich und so finden sich doch 13 Freiwillige. (Wie heißt noch die alte Fliegerweisheit: ‚Das Gefährlichste am Fliegen ist der Weg mit dem Auto zum Flughafen!’ – na, den haben wir ja schon überstanden.) Also los: Einkleiden, Einweisung – kurz darauf quetsche ich meinen Körper ins Cockpit. (Ich hätte noch ein paar Kilo abnehmen sollen; aber eine „Schablone“ wie vor der Besichtigung eines U-Bootes gibt es hier nicht !) Es ist seeehr eng – wo soll ich bloß meine Füße lassen ? Ich darf ja die Pedale und Steuerelemente nicht blockieren, sonst …

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Das Seil zieht an, es geht aufwärts: In drei Sekunden von 0 auf 100 km/h, das schafft kein Porsche – Achterbahn-Fahren ist Kinderkram dagegen. Bevor man zum Nachdenken kommt, klinkt das Seil in 350 m Höhe aus und die wieder erreichte Waagerechte gibt den Blick frei auf die schöne Landschaft über die Elbe bis Wedel – TOLL ! Und mein Pilot findet sogar ein paar Thermik-„Fahrstühle“ nach oben ! Schade, dass es nach rd. 20 Minuten wieder abwärts zur (butterweichen) Landung auf der Grasnarbe geht – aber die anderen wollen ja auch noch nach oben.

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Und so endet der Flug-Ausflug ähnlich wie im Asterix-Heft auf der letzten Seite: um den Holztisch versammelt, sich an Speisen & Getränken labend – nur das Lagerfeuer und der geknebelte Barde im Baum fehlen (wir hatten das Fliegerlied eh nicht geübt und Rauchschwaden kämen in einem Naturschutzgebiet auch nicht gut an; wir wussten ja auch nicht, ob die FREIWILLIGE FEUERWEHR FISCHBEK ein Oldtimer-Löschfahrzeug besitzt) …

Großen Dank an Werner und seine emsigen Helfer !

„Borgi“.

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